Eine systematische Brandschutzaufklärung lässt sich bei Kindern und Jugendlichen leicht, bei Erwachsenen nur sehr schwer realisieren. Die Brandschutzerziehung hat das Ziel das Brandschutzbewußtsein bei den Kindern und Jugendlichen soweit zu entwickeln, daß am Ende der Schulzeit die bei den Erwachsenen von den Brandschutzfachleuten erkannten Defizite weitgehend abgebaut sind. Sie soll zur Senkung der Anzahl der Brände beitragen, die ihre Ursache im Fehlverhalten des Menschen haben. Diese Fehler müssen aufgedeckt werden. Wenn die Kinder im Elternhaus eventuelle Fehler anmahnen, muß dies auch vom Elternhaus respektiert und in Zukunft beachtet werden. Es sollen einfache und lebensrettende Verhaltensregeln im Brandfall vermittelt werden. 

Die Brandschutzerziehung soll und muß ein fester Bestandteil der Sicherheitserziehung werden wie es die Verkehrserziehung schon seit Jahren ist. Grundsätzlich gilt, Brandschutzerziehung beinhaltet keine ausschliessliche Information über die Feuerwehr. Nicht die Feuerwehr, ihre Ausstattung und Aufgaben stehen im Vordergrund, sondern die Kinder sollen die für einen Brand erforderlichen Ursachen kennenlernen und richtiges Verhalten im Brandfall einüben. Wenn durch das Aufzeigen der Brandgefahren und durch das Training für das richtige Verhalten in einem Brandfall das Interesse der Kinder für die Feuerwehr geweckt wird, so ist das nur (zwar ein willkommener und nicht hoch genug einzuschätzender) Nebeneffekt, keinesfalls aber das Hauptziel der Brandschutzerziehung. Die Erfahrung zeigt, dass auch schon Vorschulkinder (wenn sie es geübt haben) in der Lage sind einen sachlich richtigen Notruf abzusetzen.

Immer wieder wird in den Medien darüber berichtet, wie Kinder schon ab 3 Jahren in bestimmten Notsituationen richtig reagieren, Notrufe absetzen und sich speziell im Brandfall richtig verhalten. Besonders die Vereinigten Staaten sind uns hier wieder sehr stark voraus. Hier sind fast 80% der Kinder in den Kindergärten und den Vorschulen in Kenntnis der dort einheitlichen Notrufnummer. Phantasie ist gefordert, um trotz des ernsten Hintergrundes, eines jeden Notfalls, den Kindern das Verhalten im Brand- bzw. Notfall „kinderleicht“ zu machen. Die Devise für die Kinder soll nämlich lauten: Nicht ängstlich verstecken, sonder vielmehr „aktiv“ und richtig mitwirken, um der Feuerwehr einen zügigen und zielgerichteten Einsatz zu ermöglichen.

Das oberste Gebot für die Feuerwehr im Einsatz ist immer die Menschenrettung. Sind aber durch das umsichtige Verhalten der Kinder und Erwachsenen keine Menschen zu retten kann umgehend mit der Brandbekämpfung begonnen, und der Sachschaden dadurch auf ein Minimum begrenzt werden
.

Brandschutzerziehung

Wer Bescheid weiß, spielt nicht mit dem Feuer!

bei der Freiwilligen Feuerwehr Versbach

Noch ‘mal eine kurze Hilfestellung beim Absetzen des Notrufs ... dann klappt’s auch bei den Kleinsten!

Notruf !?

Für uns kein Problem mehr!

Und wie wir, auch die Erzieherinnen der örtlichen Kindergärten meinen dies mit sehr grossem Erfolg. Der regionale Fernsehsender TV-Touring entsandte ein Kamerateam, die Lokalzeitung MAIN- POST einen Redakteur, als wir unser Versbacher Pilotprojekt 1995 starteten.

Brandschutzerziehung (BE), - was soll das?

Durch Erziehung wollen wir lebenstüchtige Menschen in die „Welt der Erwachsenen“ entlassen, sie auf weitgehend sichere Verhaltensweisen vorbereiten und Gefahren sowie ihre Vermeidung und Minimierung aufzeigen. Die Erfahrungen von Brandschutzexperten belegen, dass Kinder, Jugendliche und erstaunlicherweise Erwachsene erhebliche Wissensdefizite im Brandschutzbewusstsein haben.

  • Erkennen und Beurteilen von Brandgefahren
  • Beurteilung der Wirkungen von Feuer und Brandrauch
  • Kenntnisse über Brandschutzeinrichtungen 
  • Kenntnisse über geeignete Verhaltensweisen bei Bränden.

- Angstabbau beim Kind -
- der Feuerwehrmann – “ein Freund und Helfer”-
- Vertrauen schaffen -
- Sicherheitsverhalten -
- richtiges Verhalten im Brandfall -
- richtiges Absetzen eines Notrufs -

Je besser das Kind über den richtigen Umgang mit Feuer und möglichen Folgen gefährlicher “Spiele” informiert ist, um so mehr kann das Kind die Gefahr einschätzen. Verbote allein helfen wenig! Deshalb jede Gelegenheit zur Information nutzen!

In den meisten Fällen, in denen durch gefährliche Spiele von Kindern lebenslange Körperschäden entstanden oder beachtliche Sachwerte vernichtet wurden, waren die Eltern ahnungslos. Sie wussten nicht, womit, und wo ihre Kinder spielten. Dennoch sind sie nicht schuldlos, da sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Eltern müssen in der Regel für die Schäden haften, die ihre Kinder verursachen. Aber auch die Kinder können bis ins Erwachsenenalter für die “Spiel”- Folgen finanziell haftbar gemacht werden.

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland schreibt im Art. 6 (2)

 “Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen
  obliegende Pflicht. ...”

Die Verfassung des Freistaates Bayern definiert im Art. 126 (1) die Erziehungsrechte und –pflichten der Eltern. BV Art. 126 (1):

“Die Eltern haben das natürliche Recht und die oberste Pflicht, ihre Kinder zur leiblichen, geistigen und seelischen Tüchtigkeit zu erziehen. Sie sind darin durch Staat und Gemeinden zu unterstützen. In persönlichen Erziehungsfragen gibt der Wille der Eltern den Ausschlag.”

Deshalb! Brandschutzerziehung geht alle an!

Brandschutzerziehung - ganzheitlich!

Erziehung ist ein wichtiger Teil des Sozialisationsprozesses mit dem Ziel der Einbindung des Heranwachsenden in ein bestehendes Sozialgefüge.

Mit systematischer Brandschutzerziehung muss bereits im Vorschulalter begonnen werden, weil Kinder schon in diesem Alter Kontakte mit Zündmitteln und Feuer haben. (Gasherd, Zigaretten, Kerzen im Advent, Grillfeuer im Sommer, Oster- bzw. Martinsfeuer, usw.) Mit dem fast täglichen Gebrauch von Zündmitteln durch Erwachsene sind diese auch für die Kinder leicht zugänglich. Deshalb wird oft mit der Begründung Brände vermeiden zu wollen von den Eltern der Umgang mit Zündmitteln verboten. Dies erscheint jedoch aus unserer Sicht als der falsche Weg, denn jeder kennt nur zu gut aus der eigenen Erfahrung, gerade Verbote reizen zum heimlichen Erproben. Wir sind der Meinung, mit Kindern sollte bereits im Vorschulalter unter Beteiligung von Kindergarten, Elternhaus und Feuerwehr der richtige und ungefährliche Umgang mit Zündmitteln geprobt werden, und zwar bis die Kinder die Gefahr erkannt haben und ein sicherer Umgang gewährleistet ist. Alleine damit verlieren die Zündmittel ihre schon fast magische Anziehungskraft auf Kinder. Aber trotz aller Umsicht und Vorsichts-massnahmen lassen sich Brände nicht verhindern. Deshalb müssen die Kinder durch spielerische Art lernen, sich bei einem Brand oder Schadensfeuer richtig zu verhalten

Warum Brandschutzerziehung schon im Kindergarten und Vorschule?

Telefonhörer abnehmen

1 1 2  wählen bzw. tippen

Abwarten bis sich eine Stimme meldet.

Wer ruft an?

Wo ist etwas passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Verletzte?

Warten!  “Besonders wichtig !”

bis die Stimme am Telefon die Erlaubnis zum Auflegen des Telefonhörers erteilt!

Ziele der Brandschutzerziehung:

jetzt kennen wir alle Feuerwehruniformen !!!

Ihre Aufgabe als Eltern:

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Quelle Mainpost Februar 2006

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Side Update:
15/01/11

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